Ratenkredit oder Dispo? Was günstiger ist und wann

Von Philipp Barth · zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Dispo ist flexibel, aber meist deutlich teurer. Er eignet sich für kurze Engpässe von wenigen Wochen.
  • Der Ratenkredit hat einen festen Zins, eine feste Rate und ein klares Ende. Für größere oder länger laufende Beträge ist er meist günstiger.
  • Wer den Dispo dauerhaft nutzt, zahlt oft hunderte Euro zu viel. Ein Wechsel in einen Ratenkredit kann sich schnell lohnen.

1. Die Unterschiede im Überblick

Dispokredit Überziehungsrahmen auf dem Girokonto. Zinsen nur auf den genutzten Betrag, keine feste Rückzahlung. Zinssatz variabel und meist hoch, häufig im zweistelligen Bereich.
Ratenkredit Fester Betrag, feste Laufzeit und meist fester Zins. Gleichbleibende Monatsrate, am Ende ist der Kredit abbezahlt. Zins in der Regel deutlich niedriger als beim Dispo.

Der große Vorteil des Dispos ist seine Flexibilität: Sie müssen nichts beantragen und können jederzeit zurückzahlen. Genau das ist aber auch die Gefahr – ohne festen Plan bleibt das Konto leicht monatelang im Minus.

2. Zwei Rechenbeispiele

Wir nehmen an, Sie zahlen jeden Monat denselben Betrag zurück – beim Dispo freiwillig, beim Ratenkredit als feste Rate.

FallDispoRatenkreditMehrkosten Dispo
3.000 €, 260 € im Monat11 %: 13 Monate,
185,54 € Zinsen
6 %: 12 Monate,
97,79 € Zinsen
87,76 €
5.000 €, 200 € im Monat12 %: 29 Monate,
782,44 € Zinsen
6,5 %: 27 Monate,
387,16 € Zinsen
395,28 €

Berechnet mit dem Kreditrechner auf dieser Website, Sollzins monatlich verrechnet. Werte gerundet. Banken rechnen Dispozinsen meist taggenau und belasten sie quartalsweise; die tatsächlichen Zinsen können daher leicht abweichen. Zinssätze sind Beispiele.

Je größer der Betrag und je länger die Rückzahlung dauert, desto stärker wirkt der Zinsunterschied. Im zweiten Beispiel kostet der Dispo doppelt so viel Zinsen wie der Ratenkredit.

Rechnen Sie Ihren eigenen Fall: Betrag, Zins und Wunschrate eingeben.

Zum Kreditrechner

3. Wann was passt

4. Vom Dispo in den Ratenkredit

Sind Sie schon länger im Dispo, kann ein Ratenkredit ihn ablösen. Das ist eine Form der Umschuldung. Ein Dispo kann jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung ausgeglichen werden. Damit es funktioniert:

  1. Betrag festlegen: Wählen Sie den Ratenkredit so, dass er den Dispo vollständig ausgleicht.
  2. Rate realistisch wählen: Die Rate muss jeden Monat sicher bezahlbar sein, sonst rutschen Sie wieder ins Minus.
  3. Dispo-Rahmen senken: Bitten Sie Ihre Bank, den Rahmen zu verkleinern. So vermeiden Sie, dass Sie am Ende zwei Schulden haben.

Nutzen Sie den Dispo ununterbrochen über sechs Monate und im Durchschnitt zu mehr als 75 % des Rahmens, muss Ihre Bank Ihnen eine Beratung über günstigere Alternativen anbieten (§ 504a BGB).

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanz-, Kredit- oder Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Bedingungen Ihres Kreditvertrags.

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