Ratenkredit oder Dispo? Was günstiger ist und wann
- Der Dispo ist flexibel, aber meist deutlich teurer. Er eignet sich für kurze Engpässe von wenigen Wochen.
- Der Ratenkredit hat einen festen Zins, eine feste Rate und ein klares Ende. Für größere oder länger laufende Beträge ist er meist günstiger.
- Wer den Dispo dauerhaft nutzt, zahlt oft hunderte Euro zu viel. Ein Wechsel in einen Ratenkredit kann sich schnell lohnen.
1. Die Unterschiede im Überblick
Der große Vorteil des Dispos ist seine Flexibilität: Sie müssen nichts beantragen und können jederzeit zurückzahlen. Genau das ist aber auch die Gefahr – ohne festen Plan bleibt das Konto leicht monatelang im Minus.
2. Zwei Rechenbeispiele
Wir nehmen an, Sie zahlen jeden Monat denselben Betrag zurück – beim Dispo freiwillig, beim Ratenkredit als feste Rate.
| Fall | Dispo | Ratenkredit | Mehrkosten Dispo |
|---|---|---|---|
| 3.000 €, 260 € im Monat | 11 %: 13 Monate, 185,54 € Zinsen | 6 %: 12 Monate, 97,79 € Zinsen | 87,76 € |
| 5.000 €, 200 € im Monat | 12 %: 29 Monate, 782,44 € Zinsen | 6,5 %: 27 Monate, 387,16 € Zinsen | 395,28 € |
Berechnet mit dem Kreditrechner auf dieser Website, Sollzins monatlich verrechnet. Werte gerundet. Banken rechnen Dispozinsen meist taggenau und belasten sie quartalsweise; die tatsächlichen Zinsen können daher leicht abweichen. Zinssätze sind Beispiele.
Je größer der Betrag und je länger die Rückzahlung dauert, desto stärker wirkt der Zinsunterschied. Im zweiten Beispiel kostet der Dispo doppelt so viel Zinsen wie der Ratenkredit.
Rechnen Sie Ihren eigenen Fall: Betrag, Zins und Wunschrate eingeben.
Zum Kreditrechner3. Wann was passt
- Dispo: kurzfristige Lücken, etwa wenn eine Rechnung vor dem Gehalt fällig ist und das Konto in wenigen Wochen wieder im Plus ist.
- Ratenkredit: geplante Anschaffungen wie Auto, Möbel oder Renovierung und alles, was Sie voraussichtlich länger als zwei bis drei Monate abzahlen.
- Weder noch: Für laufende Ausgaben, die das Einkommen dauerhaft übersteigen, hilft kein Kredit. Hier ist der Budget-Check der bessere erste Schritt – und bei Bedarf eine kostenlose Schuldnerberatung.
4. Vom Dispo in den Ratenkredit
Sind Sie schon länger im Dispo, kann ein Ratenkredit ihn ablösen. Das ist eine Form der Umschuldung. Ein Dispo kann jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung ausgeglichen werden. Damit es funktioniert:
- Betrag festlegen: Wählen Sie den Ratenkredit so, dass er den Dispo vollständig ausgleicht.
- Rate realistisch wählen: Die Rate muss jeden Monat sicher bezahlbar sein, sonst rutschen Sie wieder ins Minus.
- Dispo-Rahmen senken: Bitten Sie Ihre Bank, den Rahmen zu verkleinern. So vermeiden Sie, dass Sie am Ende zwei Schulden haben.
Nutzen Sie den Dispo ununterbrochen über sechs Monate und im Durchschnitt zu mehr als 75 % des Rahmens, muss Ihre Bank Ihnen eine Beratung über günstigere Alternativen anbieten (§ 504a BGB).
Quellen und weiterführende Informationen
- § 504 BGB – Eingeräumte Überziehungsmöglichkeit
- § 504a BGB – Beratungspflicht bei dauerhafter Inanspruchnahme
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanz-, Kredit- oder Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Bedingungen Ihres Kreditvertrags.